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Winterzauber

Die Winterstimmung will in diesem Jahr nicht aufkommen, oder liegt es nur an mir? Kaum Schnee, weder auf den Wiesen noch in der Luft. Trotzdem will ich heute ein paar Worte zu meinem Buch Liebesglück und Winterzauber sagen. In Irland schneit es ja bekanntlich auch kaum. Die Winter dort sind mild, nass und windig. Da hält sich dann der Winterzauber auch in Grenzen.

Nichtsdestotrotz geht’s jetzt um

Harper O’Sullivan  &  Shane Cooper

Eigentlich sollte die Reihe nur drei Bände umfassen. Aber da die Geschichte um Craig und Kate damals sehr beliebt war (Liebesglück und Herzflattern), habe ich mich dazu entschlossen, die Reihe auszubauen.

Harper mochte ich wegen ihrer kindlichen Persönlichkeit, die sich vor allem in ihrer Gutherzigkeit zeigte. Gerade diese Persönlichkeit wurde von manchen Lesern kritisiert: dass sie sich nicht ihrem Alter entsprechend verhalte. Aber das war nun mal die Idee zur Geschichte, die Idee zu ihrem Charakter. Die Geschichte hätte anders nicht funktioniert. Ich versuche immer, in meinen Büchern neue, spannende Persönlichkeiten zu erschaffen. Da kommt es dann auch vor, dass eine Figur vielleicht etwas schräg oder ungewöhnlich erscheint. 

Shane war ein Charakter, den ich sehr mochte, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er objektiv betrachtet, keinen besonders sympathischen Eindruck machte. Er hat sehr darunter gelitten, dass er aus einer armen und zerrütteten Familie kam. Zudem war er als Kind übergewichtig und ist gemobbt worden. Das hat Spuren an seinem Selbstvertrauen hinterlassen, und deswegen war er immer bemüht, etwas aus sich zu machen: Erfolgreich, wohlhabend, gut aussehend – so hatte er sein wollen. Er hatte (zu) hohe Ansprüche an sich selbst, und dass es ihm nicht gelungen war, Harper größenmäßig einzuholen, hat ihn gestört. Patrick nannte ihn häufig einen Snob. Sein arrogantes Auftreten war in seiner Verbissenheit begründet, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich neu zu erfinden. Im Herzen ist er aber derselbe geblieben, und das wusste niemand so gut wie Harper, da sie sowohl den alten als auch den neuen Shane kannte.

Ich fand, dass die beiden sehr ungewöhnliche Persönlichkeiten hatten, aber auf eine schwer erklärbare Art wirklich gut zueinanderpassten. Die Zuneigung war spürbar. Selbst viele Jahre später – denn diese Geschichte habe ich 2022 geschrieben –, erinnere ich mich noch an die Gefühle, die ich damals darstellen wollte. Das kann ich nicht über jeden meiner Romane sagen.

Der Größenunterschied war in dem Buch ein wichtiges Thema. Es gibt durchaus Frauen, die nicht einen kleineren Mann daten würden. Dann gibt es auch solche, denen das nichts ausmacht. Umgekehrt genauso. In diesem Fall war es eigentlich beiden egal – und dann doch wieder nicht. Shane stand sich wohl selbst im Weg, weil er dachte, er wäre nicht gut genug für Harper. Auch Harper glaubte, nicht gut genug für ihn zu sein. Beziehungen waren nicht ihre Stärke, da hat es ihr an Erfahrung gefehlt, was auch ihre Unsicherheit erklärte. Dann gab es noch das Problem, dass die Freundschaft schon so lange bestanden hatte und dass eine Beziehung, sollte sie nicht funktionieren, alles zwischen ihnen kaputt gemacht hätte.

Dieses Buch war lange Zeit eines meiner Lieblingsbücher. Aber darüber schreibe ich ein andermal: welche Bücher oder Charaktere mir besonders am Herzen liegen.